Biofeedback

Biofeedback

Mit Biofeedback werden körperliche, psychosomatische und psychische Krankheiten durch die systematische Rückmeldung von Körperfunktionen behandelt.

Wie wirkt Biofeedback:

Schon in frühester Kindheit begegnet uns ein simpler Biofeedback-Mechanismus. An heißen Kerzen, Herdplatten und Streichhölzern kann man sich leicht und schmerzhaft verbrennen. Wem das passiert, der lässt üblicherweise sein Leben lang die Finger davon bzw. lernt damit sehr behutsam und vorsichtig umzugehen. Ganz so einfach ist es natürlich dann in der Praxis doch nicht. Das Beispiel sollte nur dazu dienen, um auf die Wechselwirkung zwischen „Körper und Geist“ hinzuweisen.

Nach Definition der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback ist „Biofeedback ein wissenschaftlich fundiertes und anerkanntes Verfahren der Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, mit dessen Hilfe normalerweise unbewusst ablaufende psychophysiologische Prozesse durch Rückmeldung (Feedback) wahrnehmbar gemacht werden.“

Dazu werden unbewusst ablaufende Körperfunktionen wie Atemfrequenz, Herzfrequenz, Blutdruck, Hautwiderstand, Körpertemperatur und Muskelspannung mit Sensoren auf der Haut gemessen und entweder mit Bildsignalen sichtbar oder über akustische Signale hörbar gemacht. Der Patient kann auf diese Weise sofort sehen oder hören, wie sein Körper reagiert und wie er die einzelnen Parameter bewusst beeinflussen kann.

Mit Biofeedback – Erkennen und Lernen:

Der Patient kann durch Biofeedback erkennen, dass schon kleinste mentale Veränderungen Auswirkungen auf seinen Körper haben. Er lernt im Verlauf der Behandlung, Körpervorgänge bewusst und willentlich zu beeinflussen und kann so seine Heilung ohne Nebenwirkungen oder Schmerzen vorantreiben. Bei einer Messung der Muskelspannung zum Beispiel können die Messergebnisse als Kurve auf dem Bildschirm dargestellt werden. Verändert sich die Muskelspannung, so verändert sich auch die Kurve. Der Patient erhält so eine direkte Rückmeldung (Feedback) über die Veränderung der Muskelspannung. Eine Biofeedback-Behandlung ist in der Regel immer an ein psychologisches oder psychotherapeutisches Konzept oder eine andere Therapieform gekoppelt und wird nicht als isolierte Behandlung betrachtet.

Biofeedback kann eingesetzt werden zur Behandlung von:

  • Stress, Stressfolgen, und zur Stressbewältigung
  • Chronischen Schmerzen wie z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Fibromyalgie
  • Hypertonie, Durchblutungsstörungen
  • Tinnitus
  • Reizmagen, Reizdarm
  • Schlafstörungen, Sexualstörungen
  • Harn- und Stuhlinkontinenz, Harnverhalt
  • Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen
  • Epileptische Erkrankungen
  • Angststörungen, Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Prävention chronischer Erkrankungen
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung

Eignet sich Biofeedback für jeden Patienten?

Nein. Die Biofeedbacktherapie eignet sich nicht für jeden Patienten. Im Rahmen des Erstgespräches wird die Frage, ob eine Biofeedbacktherapie sinnvoll und zielführend ist geklärt. Die Motivation und die Bereitschaft für eine Zusammenarbeit mit dem Therapeuten sind auf jeden Fall eine grundlegende Vorraussetzung für einen guten Behandlungserfolg. Häufig ist es so, dass sich die Motivation während der Biofeedbacktherapie durch schnelle Erfolgserlebnisse einstellt. Zumal das Feedback des Körpers unmittelbar und immer ganz direkt erfolgt. Gut funktioniert die Methode auch bei Kindern beispielsweise mit Spannungskopfschmerzen und Aufmerksamkeitsstörungen. Wichtig  zu berücksichtigen ist, das sich die Behandlung nicht auf die Sitzungen in der Praxis des Therapeuten beschränkt, sondern die erlernten Übungen auch zu Hause weiter praktiziert werden müssen.