Erfahrungen mit I-S-K-I-E

Bisherige Erfahrungen mit dem Instrument I-S-K-I-E 2001

Bisher wurde  I-S-K-I-E (2001-2016) mit vielen Personen in unterschiedlichen Angebotsbereichen durchgeführt.

Die Diskussion über die Erfahrungen mit I-S-K-I-E lassen sich in folgende Bereiche untergliedern.

Welche Auswirkungen hat die Auseinandersetzung mit ISKIE für die Arbeit?

Bei der Auseinandersetzung mit dem I-S-K-I-E konnte die Erfahrung gemacht werden, dass die Beurteiler gemeinsam mit den zu Beurteilenden häufig in einen Prozess geraten, der ein hohes Maß an Differenziertheit und Komplexität beinhaltet. Durch die Auseinandersetzung mit I-S-K-I-E werden gewisse Bereiche fokussiert bzw. darauf hingewiesen, auf die man sonst keine Aufmerksamkeit richten würde.

Die Kategorien, Merkmale sowie die Situationsitems tragen dazu bei, dass das Verhalten der zu beurteilenden Person teilweise verständlicher und nachvollziehbarer wird. Durch diesen Bewusstwerdungsprozess werden manche Situationen auch besser verstehbarer und handhabbar.

Weiters stellt I-S-K-I-E  eine sehr gute Basis dar, wenn es darum geht, ein individuelles „Sozialtraining“ zu erstellen bzw. zu planen. Wird I-S-K-I-E in einem Projekt bei mehreren Klienten eingesetzt, gibt es die Möglichkeit die Einschätzungsergebnisse aller zu vergleichen und daraus eventuelle Schwerpunkte für ein „Gruppentraining“ abzuleiten. Ebenfalls hat sich I-S-K-I-E für die Evaluierung von Trainingsmaßnahmen gut bewährt.

Welche Voraussetzung muss der Beurteiler mitbringen?

Für die Bearbeitung des I-S-K-I-E werden Personen benötigt, die auf einen gewissen Beobachtungszeitraum zurückgreifen können. Als einen ausreichenden Zeitraum hat sich ein halbes Jahr herausgestellt. Je weniger man die Person kennt, desto schwieriger wird es die Situationsitems einschätzen zu können.

Bei Angebotswechsel von Menschen mit Behinderung wird durch die Weitergabe der mittels I-S-K-I erhobenen Daten der Einstieg bzw. die Einschätzung erleichtert.

Ebenfalls bewährt hat sich, den ganzen Fragebogen nicht unter einmal zu beantwortet, sondern Hauptkategorie für Hauptkategorie durchzugehen.

Die Einschätzung der diversen Situationsitems erfordert vom Beurteiler ein hohes Maß an Konzentration und Reflexionsfähigkeit.

 Interpretation der Ergebnisse

Bewährt hat sich auf jeden Fall das Profilblatt, auf welchem sämtliche zusammengefassten Ergebnisse auch graphisch dargestellt sind. Wurden die einzelnen Mittelwerte der Merkmale mit einem Strich verbunden, so ergibt sich eine graphische Darstellung, die bereits  eine grobe Interpretation zulässt. Von Vorteil ist, dass man ohne großem Aufwand,von der Zusammenfassung (Profilblatt) zu den einzelnen Situationsitems zurückgehen kann. Sozusagen von der Zusammenfassung (Profilblatt) zum Kleinen (Situationsitems) und umgekehrt. Dies spielt vor allem auch deshalb eine Rolle, weil im Vergleich zu anderen Instrumenten die Situationsitems bei I-S-K-I-E auch bei der Auswertung eine bedeutende Rolle spielen.

 Welche Formen der Interpretation sind eigentlich möglich?

Hier werden der Einfachheit halber nur einzelne Punkte aufgezählt, ohne darauf näher einzugehen:

  • Mittelwerte der einzelnen Merkmale
  • Mittelwerte der einzelnen Kategorien
  • Das Vergleichen der Kategorienmittelwerte untereinander
  • Vornehmen einer Gegenüberstellung sowie Zusammenfassung der sog. Stärken und Schwächen (z.B. alle Situationsitems von 1-2 und alle von 4-5)
  • Vergleichen der Mittelwertsergebnisse mit den Personendaten
  •  Festhalten der Assoziationen während der Einschätzung der einzelnen Situationsitems
  • In die Interpretation sollten auch Diskussionsbeiträge einfließen, die sich durch die Einschätzung der einzelnen Situationsitems ergeben haben

 Anwendungsmöglichkeiten von I-S-K-I-E 

  • Erfassung ausgewählter Aspekte der sozialen Kompetenz von Menschen mit einer leichten, mäßigen intellektuellen Behinderung bzw. Lernbehinderung
  • I-S-K-I-E wurde für alle Reha- und Arbeitsbereiche verschiedenster Art entwickelt
  • Im Bereich der Erwachsenenbildung
  • Arbeitsplatzanalyse: I-S-K-I-E kann auch dafür verwendet werden, um den Arbeitsplatz hinsichtlich Aspekte der sozialen Kompetenz zu analysieren. Hierzu gibt es jedoch noch kein adaptiertes Instrument. Wird für eine Arbeitsplatzanalyse das Instrument I-S-K-I-E verwendet, so ändert man einfach die Zuordnung der Einschätzungsskala. Z.B.: Für den Arbeitsplatz sehr wichtig 1- 2- 3- 4- 5 Für den Arbeitsplatz eher nicht wichtig. An dieser Stelle muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass I-S-K-I-E adaptiert werden müsste, um für eine Arbeitsplatzanalyse eingesetzt werden zu können
  • Für die Differenzierung: z.B.: Aufgrund der vielen verschiedenen Aspekte die im Zuge dieses Fragebogens erhoben werden, wird der/die Beurteilerin auf viele verschieden Bereiche hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht. I-S-K-I-E trägt besonders zu Beginn bei, viele Dinge etwas differenzierter sehen zu können
  • Evaluation der Trainingsmaßnahmen bzw. der Veränderungen
  • Hilfestellung für die Gestaltung von Sozialtrainings sowohl im Einzelnen als auch Grupppensetting
  • Hilfestellung zum besseren Verstehen der Ursachen, die in diversen sozialen Situationen immer wieder zu Problemen führen. Was steckt dahinter. Denn, wenn man weiß, was die Ursache ist, kann man häufig besser damit umgehen!

Was hat sich bewährt bzw. die Vorteile von I-S-K-I-E:

  • Ergibt ein differenziertes Bild über diverse zugeordnete Aspekte der sozialen Kompetenz.
  • Ist in vielen Bereichen der sozialen Kompetenz sehr differenziert und aussagekräftig.
  • Situationsitems haben als Hintergrund real beobachtete Situationen, die sich häufig auch auf andere Situationen umlegen und generalisieren lassen!
  •  I-S-K-I-E schärft den Fokus auf sonst vernachlässigte Bereiche
  • Real beobachtete Situationen werden eingeschätzt (Realitätsbezug)
  • Einfache Auswertung und Interpretation
  • Die Auswertungsblätter haben sich auch als sehr hilfreich erwiesen
  • Die fünfteilige Skala. Bisher konnten noch keine Mittelwerttendenzen festgestellt werden.
  • Die Konstruktion der Items. Z.B.: Bereich mit anschließender Beschreibung und Differenzierung
  • Das zugrunde liegende Modell der sozialen Kompetenz hat sich als sehr hilfreich erwiesen.
  • Bewährt hat sich auch die einfache Sprache der Situationsitems
  • Die Fragebogenform allgemein (Layout)
  • Verwendung als Grundlage für Sozial – Kompetenztrainings
  • Kann  von einem kleinen Teil der Betroffenen selbst ausgefüllt werden

Schritte der Weiterentwicklung des Instrumentes I-S-K-I-E

  • Umfangreiche qualitative und quantitative – statistische (Itemanalyse, Trennschärfe) Analyse und Evaluierung des vorliegenden Instrumentes
  • Sammlung weiterer Situationsitems/Aspekte der sozialen Kompetenz auf nationaler und internationaler Ebene
  • Erstellen eines Trainingsmanuals für I-S-K-I-E
  • Überlegungen, wie man  weitere Situationsitems/Aspekte der sozialen Kompetenz auch von anderen Nationen erfassen könnte? Diese Sammeln und eventuell dann durch bereits bestehende ergänzen bzw. verändern
  • I-S-K-I-E soweit zu adaptieren, dass man damit auch Arbeitsplatzanalysen durchführen kann
  • Erstellen einer Anleitung für die Interpretation der Ergebnisse von I-S-K-I-E