Grundsätzliches zum I-S-K-I-E

Grundsätzliches zum I-S-K-I-E 2001-2016

Bei aller Unterschiedlichkeit der verschiedenen Ansätze zur sozialen Kompetenz ist ihnen doch gemeinsam, „dass sie das erfolgreiche Realisieren von Zielen und Plänen in sozialen Interaktionssituationen“ als wesentliches Merkmal sozialer Kompetenz hervorheben (vgl. Greif, 1983, S. 312).

Bei I-S-K-I-E wird angenommen, dass man bei Menschen mit einer intellektuellen Behinderung nicht selbstverständlich davon ausgehen kann, dass diese Personengruppe die für die Realisierung von Zielen und Plänen notwendigen kognitiven, emotionalen und motorischen Voraussetzungen immer zur Verfügung haben.

Es kann deshalb auch vorkommen, dass jemand beim Versuch, eine soziale Situation zu bewältigen scheitert und dieser Bewältigungsversuch von der Umwelt als sozial inkompetentes Verhalten beurteilt wird. Jedoch stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, dass dieses Verhalten aufgrund mangelnder Perspektivenübernahme, schlechter Informationsverarbeitung, Schwierigkeiten beim Dekodieren sozialer Informationen, usw. verursacht wurde. Deshalb könnte man auch sagen, dass das Individuum in Hinblick auf die ihm zur Verfügung stehenden Fähigkeiten, sich in einer gewissen Situation sozial kompetent verhalten hat. Diese Interpretation setzt natürlich voraus, dass man nicht „ergebnisorientiert“, wie dies Greif z.B. in seiner oben angeführten Feststellung macht, sondern „prozessorientiert“ vorgeht.

Als eine am Prozess orientierte Definition könnte man die von Sroufe und Waters (1983) bezeichnen.

Sie bezeichnen die soziale Kompetenz als das übergeordnete Organisationsprinzip, welches das Selbst und die Ressourcen der Umwelt mit dem Ziel der Selbst-Erhaltung und Selbst-Entwicklung in eine möglichst günstige Beziehung setzt

(vgl. Holtz, 1994, S. 139).

In dieser Definition lässt sich zum Einen der Hinweis auf einen Prozess erkennen, in dem soziale Kompetenz als das übergeordnete Organisationsprinzip bezeichnet wird, und zum Anderen eine Orientierung am Ergebnis, wenn von einem Ziel wie der Selbst-Erhaltung und Selbst-Entwicklung gesprochen wird.

Diese Annahmen und Betrachtungsweisen stellen die Basis für das Inventar I-S-K-I-E dar. 

Für welche Personengruppe wurde das Instrument I-S-K-I-E konstruiert

Das I-S-K-I-E ist für erwachsene Menschen (ab ca.16 Jahre) mit einer leichten, mäßigen intellektuellen Behinderung bzw. für Menschen mit einer Lernbehinderung konzipiert.

Beabsichtigt  ist es, für die Erreichung von individuellen Zielen (z.B. der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt) hinsichtlich des Bereiches der sozialen Kompetenz ein Instrument zur Verfügung zu stellen, welches den Anspruch erfüllt, differenzierte Aussagen über die Stärken und Schwächen den Bereich der sozialen Kompetenz betreffend machen zu können.

Ziel dieses Inventars zur Einschätzung der sozialen Kompetenz ist es auch, die Komplexität der Interaktionen einer Person in verschiedenen sozialen Situationen zu reduzieren und transparenter zu machen. Weiters sollte es mit diesem Inventar möglich sein, mehr und differenziertere Informationen über soziale Interaktionen erfassen zu können.